Kategorie: Wakeboarding
Seit 10 Jahren geht’s mit Cable Wakeboarding nach oben - Bernhard Hinterberger im Interview
Er zählt zu den erfolgreichsten Wakeboardern weltweit und kaum einer hat die Szene in Deutschland so geprägt wie er. Die Rede ist natürlich von Bernhard Hinterberger. Wir sprachen mit ihm über die Entwicklung des Sports, schöne alte Kindertage und Olympia.
Du hast im vergangenen Jahr für den Wakeboard Contest der Telekom Extreme Playgrounds in Pinneberg ein Obstacle entworfen und kümmerst dich auch verstärkt um das Europe Wake Team von Billabong. Wird es dich in Zukunft eher in diese Bereiche verschlagen?
Das Obstacle bauen ist so eine Leidenschaft von mir, die ich schon lange habe. Ich hatte schon die Möglichkeit an einigen der besten Cables weltweit neue Obstacles zu planen und bauen. Es ist ein bisschen wie Lego-Technik für Erwachsene. Ich liebe einfach die Herausforderung ein solch großes Spielzeug zu bauen und etwas Einzigartiges zu erschaffen.
Ich bin schon mehr als 12 Jahre bei Billabong als Teamrider an board und bin dann über die Jahre tiefer in das Unternehmen hineingerutscht. So kam es nun auch, dass ich mich um das International Wake Team kümmern soll, um meine Erfahrung als Wakeboarder und Teamrider wieder einzubringen und das Billabong Wake Team neu zu strukturieren und um neue junge Talente zu erweitern.
Diese zwei Bereiche für mich zu entdecken ist eine logische Konsequenz aus all den Jahren vor und hinter der Bühne des Wakeboardens. Ich denke, es gibt nichts besseres als sein Hobby zum Beruf zu machen und seinen Schweiß und Herzblut zu investieren für etwas großartiges, das man so viele Jahre gemacht hat.
Gibt es einen Spot, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt viele außergewöhnliche Spots zum Wakeboarden auf dieser Welt. Durch meine Reisen habe ich einiges gesehen und besondere Highlights sind Australien, Südafrika, Philippinen und Thailand. Es gibt aber einen außergewöhnlichen Spot der mir sehr viel gegeben hat und er ist gar nicht soweit weg, wie man jetzt vielleicht denkt. 2010 hatte ich das Glück in einem Speichersee für Schneekanonen in den Tiroler Alpen auf über 2.000 Meter Höhe zu fahren. Dies hat es zuvor noch nicht gegeben. Wir haben unglaubliche Bilder gemacht und einen kurzen Clip produziert, den man hier bestaunen kann.
Du hast in deiner Karriere einige Wakeboard Tricks ins Leben gerufen. Welcher ist der beste?
Als ich mit dem Wakeboarden angefangen habe gab es nur wenige Tricks am Cable. Anfangs habe ich vieles von Wakeboarden am Boot zum Cable transferiert, aber auch eigene Tricks versucht. So bin ich dann auch zu meinem eigenen Trick gekommen, der als basic zählt und dadurch immer noch gezeigt wird. Die Evolution der Tricks geht immer weiter und wird auch immer extremer. Früher waren einfache Flips mit 180s und 360s Standard. Heute sind Flips mit 540s und 720s und auch Double Flips der neue Standard. Dieser große Schritt vorwärts ist sehr wichtig für den Sport und das mediale Interesse, da es einfach super spektakulär ist, wenn jemand einen Double Flip über einen Kicker macht.
Seit 1995 bist du aktiv in der Wakeboard-Szene unterwegs und hast den Sport maßgebend in Deutschland vorangebracht. Wie siehst du die Entwicklung hierzulande? Ist Deutschland bereit für Olympia?
Seit gut 10 Jahren geht es mit Wakeboarding am Cable steil nach oben. Das mediale Interesse ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und so sieht man immer mehr Kids, die unbedingt Wakeboarden wollen. In Deutschland gibt es die meisten Cables weltweit und hat somit ein riesen Potenzial großartigen Nachwuchs hervorzubringen. Im Moment gibt es einen Push innerhalb der Szene durch frischen, talentierten Nachwuchs, der in Contests ein neues Level an Tricks und Talent an den Tag legt.
Ich denke wir sind mehr als bereit für Olympia und natürlich auch für die X-Games, die nächstes Jahr eine weltweite Tour starten. Beide Veranstaltungen würden einen riesigen Schub für unseren Sport bedeuten.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Es ist Sommer, du sitzt in einer Eisdiele und bestellst drei Kugeln Eis. Welche sind das?
Am liebsten nehme ich Milchschnitte, Himbeere und Nutella Kugeln. Aber Schokolade geht natürlich auch immer!
Was ist dein Lieblings-Cartoon aus schönen alten Kindertagen?
Am besten fand ich Tom und Jerry, Roadrunner und Marvel Comics. War das schön, als endlich Satellitenfernsehen zu haben war.
Wie sieht dein perfekter Tag in fünf Worten aus?
Nutella, Sonne, Wakeboarden, Chillen, Bierchen
Wie geht ́s jetzt bei dir weiter?
Ich werde mich auf jedem Fall weiterhin dem Wakeboarding widmen. Sei es vor oder auch hinter der Bühne. Ich habe über all die Jahre viele interessante Leute kennengelernt, mit denen ich einzigartige Projekte durchführe. Im Moment versuche ich aber einfach die beste Mischung aus Profi-Sportler und normalen Job für mich zu finden. Am wichtigsten ist mir gesund zu bleiben, um auch weiterhin täglich shredden gehen zu können.




